Hintergrundinformationen rund um das Thema Abfall

Wir haben Ihnen hier einige Infos und Wissenswertes zum Thema Abfall zusammengestellt. Vielleicht finden Sie hier auch die Antwort auf Ihre Fragen.

Tipps zur Abfallvermeidung

Das beste Prinzip zur Müllvermeidung ist, durch überlegtes Konsumverhalten den Müll gar nicht erst entstehen zu lassen.

Letzten Endes wird alles, was wir konsumieren zu Abfall. Insofern macht es Sinn, nur Dinge zu erwerben, die regelmäßig benötigt werden. Selten gebrauchte Spezialwerkzeuge für den Heimwerker, Teppich-shampoonierer, Vertikutierer für den Rasen, auch Sportgeräte wie Kanus und Skier, ebenso Transport-boxen (Jetbags) für das Autodach lassen sich meist problemlos ausleihen. Spezialisierte Verleihfirmen und Baumärkte bieten ein vielfältiges Angebot. Sie sparen auf diese Weise nicht nur Platz sondern auch bares Geld.

Für Utensilien, die alle Jahre wieder aber eben nur ein- bis zwei Mal im Jahr gebraucht werden, bietet es sich auch an zusammen mit Freunden, Nachbarn oder in einem größeren Familienkreis Anschaffungen zu tätigen, beispielsweise Vertikutierer, Heckenscheren und Motorsägen, Bierzelt-Garnituren, Einkochtöpfe.

Achten Sie beim Kauf neuer Produkte auf Qualität. Denn billig gekauft ist häufig doppelt gekauft, was wiederum die doppelte Müllmenge bedeutet. Allerdings lässt sich die Langlebigkeit nicht immer am Preisschild ablesen. Wer nicht auf seinen eigenen technischen Sachverstand bauen kann oder möchte, informiert sich über Warentests (Zeitschriften "Test" und "Öko-Test") oder entsprechende Websites im Internet, auf denen Verbraucher über ihre Erfahrungen mit einem bestimmten Produkt berichten. Darüber hinaus geben Verbraucherberatungen wertvolle Tipps. Anerkannte Produktsiegel wie der "Blaue Engel" helfen weiter, wenn es um die Umweltverträglichkeit eines Produktes geht.

Bei PKWs ist der Gebrauchtwagenkauf längst erprobte Praxis. Dieses Erfolgsmodell lässt sich auch auf andere Gebrauchsgüter übertragen. Was in einem Haushalt nicht mehr gebraucht wird, kann in einem anderen noch gute Dienste leisten. Das spart nicht nur Kosten, sondern verlängert den Nutzungszeit-raum eines Produktes und verringert die Abfallmenge.

Wer mit Einkaufstaschen oder -körben einkaufen geht, spart durch den Verzicht auf Plastiktüten langfristig viel Abfall und z. T. auch Geld.

Bevorzugen Sie lose Ware gegenüber fertig abgepackter. Benutzen Sie dabei soweit wie möglich Ihre eigenen (wieder verwendeten) Behältnisse und Tüten. Bezogen auf Obst und Gemüse empfiehlt es sich auf dem Wochenmarkt oder direkt beim Landwirt einzukaufen. Sie bekommen auf diese Weise nicht nur frischeres Obst und Gemüse, sondern sparen langfristig auch eine große Menge an Abfall ein.

Achten Sie beim Kauf eines Produktes auf die Art der Verpackung. Bevorzugen Sie Produkte, die ohne Umverpackung auskommen: die Zahnpastatube, die ohne Pappschachtel im Regal liegt oder Kekse, die nicht noch einmal einzeln verpackt sind. Generell sind Portionsverpackungen von Konfitüre oder Kaffeesahne im Privathaushalt nicht notwendig. Wer auf sie verzichtet spart außerdem Geld. Überflüssig - und deshalb wert vermieden zu werden - sind auch Pappschachteln, die noch von einer Schutzfolie aus Kunststoff umhüllt sind.

Abfall richtig entsorgen

Bei dem Müll, der in Haushalten oder Gewerbebetrieben anfällt, gibt es einige Stoffe, die gesondert betrachtet werden müssen: Bitte beachten Sie unsere Tipps zur Schadstoffentsorgung.

Wohin mit Farb- und Lackresten, mit lösungsmittelhaltigen Flüssigkeiten, in denen Pinsel ausgewaschen wurden, mit kaputten Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen? Alle diese Abfälle enthalten giftige, unsere Umwelt gefährdende Inhaltstoffe. Sie dürfen deshalb nicht im Abguss, im gelben Sack oder in der Restmülltonne landen. Eine umweltgerechte, vom Hausmüll getrennte Entsorgung ist zu unserem eigenen Wohl unbedingt erforderlich.

Schadstoff-Annahmestellen:

In Neumünster ist die Schadstoffentsorgung für Privatleute einfach und zudem kostenlos: Das SWN-Wertstoffzentrum (Wittorferfeld) und das Technische Betriebszentrum der Stadt Neumünster (TBZ) in der Niebüller Straße nehmen diese Problemabfälle entgegen.

Sondermüll-Verbrennungsanlage in Brunsbüttel:

Im Auftrag der Stadt kümmert sich die Sonderabfall und Transport GmbH & Co KG aus Hamburg um die weitere umweltgerechte Behandlung der Neumünsteraner Schadstoffe. Nach einer Sortierung werden die meisten Stoffe in speziell dafür zugelassenen Anlagen verbrannt. In Schleswig-Holstein übernimmt die Sondermüll-Verbrennungsanlage (SAVA) in Brunsbüttel die thermische Beseitigung von Schadstoffen. Einzelne giftige Substanzen wie Entwicklerflüssigkeiten aus Fotolaboren, erhalten eine gesonderte Behandlung. Sie werden verdampft. Übrig bleibt das enthaltene wertvolle Silber, das wieder verwertet werden kann.

Die Lebensdauer und Aktualität von elektronischen Geräten werden immer kürzer. Dies führt dazu, dass der Elektro- und Elektronikschrott unter allen Abfällen am stärksten anwächst. Pro Jahr fallen in Deutschland knapp 1,8 Millionen Gewichtstonnen Elektroaltgeräte an. Diese enthalten neben wertvollen Rohstoffen auch viele Schwermetalle, Flammschutzmittel und weitere giftige Substanzen, die nicht in die Umwelt gelangen dürfen. Dies gilt insbesondere für das Spezialglas von Computer- und Fernsehbildschirmen und für das in alten Kühlgeräten enthaltene Kühlmittel (FCKW), das die Ozonschicht unserer Atmosphäre zerstört.

Die am Recyclinghof des SWN-Wertstoffzentrums angenommenen Elektroaltgeräte, egal ob elektrische Zahnbürste, Handy, Fernsehgerät oder Gefriertruhe, werden von den dafür zugelassenen Unternehmen fachgerecht entsorgt. Dabei wird, wie gesetzlich vorgeschrieben, zuerst geprüft, ob eine Wiederverwendung möglich ist. Bei defekten Geräten werden die Rohstoffe, in erster Linie Edelmetalle und bestimmte Kunststoffe, wiederverwertet und die Schadstoffe umweltgerecht abgetrennt und entsorgt. Gleiches gilt für die im Technischen Betriebszentrum (Niebüller Straße) und an den anderen städtischen Sammelplätzen angenommenen Elektroaltgeräte. Die Annahme der Altgeräte ist auch an all diesen Sammelstellen kostenlos.

Schwere Weißgeräte, wie Waschmaschinen, Spülmaschinen, Kühlschränke und Herde werden darüber hinaus kostenlos im Rahmen der Sperrmüllsammlungen vom TBZ abgeholt. Machen Sie mit beim fachgerechten Recyceln! Wenn Sie beim SWN-Wertstoffzentrum in Wittorferfeld vorbeikommen, nehmen Sie Ihren Elektronikschrott am besten gleich mit. Die Öffnungszeiten finden Sie hier.

In Neumünster können Sie nicht verwendeten Arzneimittel wie z. B. angebrochene Flaschen mit Augentropfen, abgelaufene Schmerztabletten oder Tuben mit Salbenresten beim SWN-Wertstoffzentrum und bei der Schadstoffsammelstelle des Technisches Betriebszentrum der Stadt Neumünster (TBZ) abgeben. Auch viele der in Neumünster ansässigen Apotheken haben sich freiwillig bereit erklärt, Altmedikamente ihrer Kunden entgegenzunehmen.
Wir kümmern uns dann um eine fach- und umweltgerechte Entsorgung: Diese Stoffe durchlaufen nicht die für Restmüll übliche Sortierung durch unsere Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA). Sie werden direkt der Verbrennung zugeführt. Dies gilt für alle Kreise und Städte, die an die MBA angeschlossen sind. In anderen Städten und Gemeinden können alte Medikamente in den Restmüll gegeben werden, der dann unsortiert verbrannt wird.

Gern können Sie die Umkartons vorher entfernen und in die  Altpapierverwertung geben.

Unsere große Bitte: Arzneimittelreste niemals in den Ausguss oder die Toilette schütten. Die Wirkstoffe der so entsorgten Altmedikamente können von den Kläranlagen nicht vollständig abgebaut werden, gelangen mit dem geklärten Abwasser wieder in die Umwelt und könnten so unserer Gesundheit schaden.

Warum ist die Entsorgung mit Kosten verbunden?

Jede und jeder Deutsche produziert jährlich rund 450 kg Abfall. Die Entsorgung dieser Abfälle ist eine Dienstleistung, die mit Hilfe von Personal, Technik und Ressourcen erledigt wird. Dass Abfälle „Wertstoffe“ enthalten, bezieht sich in erster Linie auf die Möglichkeit des Recyclings. Dabei gibt es nicht für jeden verwertbaren Stoff einen positiven Marktpreis. Der finanzielle Wert des Inhalts einer Restmülltonne liegt im Bereich von wenigen Cent. Hochtechnisierte Anlagen sind nötig um die Abfälle aufzubereiten. Im SWN-Wertstoffzentrum sind dies die Mechanisch-Biologische Abfallverwertungsanlage (MBA) und die Biokompostierung. Rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Anlagen ordnungsgemäß laufen.

Möchten Sie sich einen eigenen Eindruck verschaffen und das SWN-Wertstoffzentrum einmal besichtigen? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf, per Mail unter a.schiffer@swn.net oder per Telefon (04321 / 202-834). Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Das Technische Betriebszentrum (TBZ) der Stadt Neumünster und das SWN-Wertstoffzentrum sind voneinander unabhängige Einrichtungen. Die Arbeit des TBZ wird über die Abfallgebühren der Neumünsteraner Bürgerinnen und Bürger finanziert. Der Recyclinghof im SWN-Wertstoffzentrum ist ein privatwirtschaftliches Zusatzangebot unter der Regie der Bio-Abfall-Verwertungsgesellschaft mbH (BAV).

Wer die entstehenden Kosten nicht tragen möchte, meldet seinen Sperrmüll beim TBZ an. Einmal pro Halbjahr kann jeder Neumünsteraner Haushalt seinen Sperrmüll kostenlos abholen lassen. Telefonische Anmeldung unter 942 – 2900. Auch ist die Abgabe von Sperrmüll auf dem Recyclinghof des TBZ ebenfalls kostenlos. Wichtig: Das kostenfreie Angebot der Stadt Neumünster gilt nur für Bürgerinnen und Bürger, die in NMS wohnen und auch nur für den echten Sperrmüll (= Haushaltsgegenstände, die nicht in die Restmülltonne passen!).

Die Abgabe von Grünabfall ist kostenpflichtig, weil die Verwertung mit einem technischen, energetischen und personellen Aufwand verbunden ist. Dieser Aufwand wird nicht durch den Erlös des Verkaufs von Kompost gedeckt. Seit 2015 ist die kontrollierte Hygienisierung von Bio- und Grünabfall in Kompostierungs- und Vergärungsanlagen Pflicht. Das heißt im Abfall enthaltene Keime, Sporen und Saaten müssen durch die Behandlung nachweisbar abgetötet werden.

Ja, das können sie. Es gibt festgelegte Preise nach Abfallarten, die für alle Kunden gelten. Der Recyclinghof im SWN-Wertstoffzentrum wird als Interkommunaler Recyclinghof von der Bio-Abfall-Verwertungsgesellschaft (BAV) mbH betrieben. Sie ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Kundenfreundlichkeit und die vorbildliche Einhaltung von Umweltstandards bilden dabei Schwerpunkte unserer Arbeit.