Der SWN-Wasserturm und das Projekt Kelvin

Der SWN-Wasserturm ist nicht nur ein weithin sichtbares Wahrzeichen für unser Unternehmen, sondern auch für unsere Stadt. Vor über 100  Jahren wurde er von der „Baltischen AG Licht-, Kraft- und Wasserwerke Neumünster“ erbaut und ist bis zum heutigen Tag im Betrieb. Der 48 Meter hohe Turm ist in das SWN-Wasserleitungssystem eingebunden und dient vor allem zum Druckausgleich im Netz sowie als Notfallreservoir. Dafür speichert er bis zu 950 Kubikmeter Trinkwasser.

Der Wasserturm als Kunstwerk

Im November 2010 ist unser Wasserturm zu einem dauerhaften Kunstwerk geworden, das sich von der Abend- bis zur Morgendämmerung bewundern lässt. Eine aufwendige Lichtinstallation des Hamburger Künstlers Till Nowak taucht den Turm abhängig von der Außentemperatur in farbiges Licht und projiziert weiße Linien auf Tank und Rumpf. Das Projekt des Vereins zur Förderung der Kunst in Neumünster e.V. und uns ist ein künstlerisches Highlight der Stadt und definiert das Wahrzeichen noch einmal ganz neu.

„Kelvin“ ist die Bezeichnung einer physikalischen Einheit, nämlich der Temperatur in einem thermo-dynamischen System. Die gleichnamige Lichtinstallation passt sich bei Dunkelheit farblich der Außentemperatur an. Ein Messgerät steuert ständig die Lichtfarbe. Die aktuelle Temperatur wird mit statistischen Durchschnittswerten des jeweiligen Monats verglichen. Liegt diese über dem Durchschnitt, wird sich der Wasserturm in einem kühlen blauen Licht zeigen. Umgekehrt zeigt er sich bei kalten Temperaturen unterhalb des Durchschnittswertes in warmem Licht, bis hin zu Orange und Rot. Entspricht die gemessene Temperatur genau dem Monatsdurchschnitt, bleibt der Turm „neutral“, es sind in diesem Fall nur die weißen Lichtlinien zu sehen. Kelvin thematisiert damit die Relativität jedes menschlichen Empfindens.

Technisch umgesetzt wird die Darstellung mit vier sogenannten „Gobo-Projektoren“ sowie zwei LED-Farbwechselstrahlern. Ein Gobo-Projektor ist eine Art großer, leistungsstarker Dia-Projektor. Die Projektion wird exakt auf das Gebäude abgestimmt und greift die geometrische Struktur des Gebäudes auf. Dies ist eine bislang einzigartige Form einer permanenten Lichtinstallation.

Die Lichtlinien sind so dem Baukörper angepasst, dass sie einen gedachten Blick ins Innere herstellen: Assoziationen zu Rohrleitungen und strömenden Wasserkreisläufen. Es wird die Grundfunktion des Wassers interpretiert und visualisiert: die Linderung von Hitze und Kälte sowie unsere damit verbundene Abhängigkeit vom Wasser – im physikalischen Sinne der Transport und die Speicherung von Energie.

Till Nowak wurde 1980 in Bonn geboren. Schon während seines Mediendesign-Studiums an der Fachhochschule Mainz gründete er 1999 sein eigenes Studio „Framebox“. Von Hamburg aus arbeitet der Digital-Künstler, Designer und Filmemacher an unterschiedlichen Projekten, die weltweit ausgezeichnet wurden. Seine Werke waren bereits in Mainz, Frankfurt/M., Berlin und Neapel zu sehen. Kelvin ist seine sechste Lichtinstallation und seine erste Beständige.