Kostenlose landwirtschaftliche Fachberatung zur Kompostnutzung

Landwirte nehmen immer weniger Kompost ab. Und das, obwohl viele von ihnen gern weiterhin Kompost nutzen würden. Doch die zulässige Menge Wirtschaftsdünger ist begrenzt. Bei wem viel Gülle und auch noch Gärreste anfallen, der hat für Kompost keinen Spielraum mehr. Die Bio-Abfall-Verwertungsgesellschaft (BAV) in Neumünster will Landwirte dabei unterstützen neue Wege zu gehen und mit Hilfe des Ingenieurbüros INGUS ihre Düngeplanung auf den Prüfstand zu stellen. Die BAV bietet eine kostenlose landwirtschaftliche Fachberatung zur fachgerechten Düngung mit Kompost an.

Der lange trockene Sommer 2018 hat es gezeigt: Die landwirtschaftlichen Betriebe, die regelmäßig mit Kompost düngen, hatten weniger Probleme mit der Trockenheit als Betriebe, die keinen Kompost nutzen. Kompost ist ein Humuslieferant, der zudem die Struktur und die Porenbeschaffenheit des Bodens verbessert. Doch im ersten Jahr nach dem Inkrafttreten der neuen Dünge-Verordnung ging die Kompostabnahme an den Kompostierungsanlagen in Schleswig-Holstein deutlich zurück. Damit Landwirte weiterhin Kompost ausbringen dürfen, müssen sie sicherstellen, dass sie weder die jährliche Stickstoff-Obergrenze von 170 Kilogramm pro Hektar noch die Phosphatgrenzwerte für ihren Wirtschaftsdüngereinsatz überschreiten. Hier setzt das kostenlose Beratungskonzept der BAV an. Ziel ist es, sowohl der BAV als auch den landwirtschaftlichen Betrieben Rechtssicherheit zu geben und gleichzeitig die Nutzung von Kompost zu fördern.  

Die kostenlose Beratung umfasst zwei Schritte

In einem ersten Schritt wird die mögliche jährliche Kompost-Verwertungsmenge für den teilnehmenden Betrieb ermittelt. Alle Düngerechtsvorgaben und die landwirtschaftlichen Fachaspekte werden einbezogen. Insbesondere ist die Einhaltung der Obergrenze von 510 kg Stickstoff pro Hektar bei einem Kompost-Einsatz über drei Jahre entscheidend. Ebenso wichtig ist die Einhaltung der Stickstoff- und Phosphat-Kontrollwerte in der Nährstoffbilanz für den gesamten Betrieb.  

Wenn der Betrieb nach der ersten Prüfung Kompost aufnehmen wird, erfolgt der zweite Schritt. Auch er ist für den landwirtschaftlichen Betrieb kostenlos. Der jährliche Düngebedarf nach den Vorgaben der Düngeverordnung wird ermittelt, wobei der Kompost in die Verteilplanung für alle Schläge einbezogen wird. Weiterhin erfolgt ein jährlicher Nährstoffvergleich gemäß Paragraph 8 der Dünge-Verordnung und die Berechnung der jährlichen Nährstoffbilanz gemäß der neuen Stoffbilanz-Verordnung. Diese Berechnungen müssen jährlich erfolgen. Der landwirtschaftliche Betrieb erhält sie kostenlos, solange BAV-Kompost in einer Menge von mindestens 500 Tonnen pro Jahr genutzt wird.  

Die BAV lässt sich die Fachberatung rund 600,- bis 900,- Euro pro Betrieb kosten. „Gut angelegtes Geld!“, findet Geschäftsführer Dr. Bruhn-Lobin. „Kompost ist das Ergebnis einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Damit das auch weiterhin so bleibt, müssen wir die Landwirte unterstützen“, so Bruhn-Lobin.  

Der Ingenieurdienst Umweltsteuerung, INGUS, ist ein führendes Agrar-Umwelt-Beratungsbüro. Gemeinsam mit Landwirten erstellen die Ingenieure aus Nortorf Analysen, Konzepte und Lösungen für eine leistungsfähige und umweltgerechte Landwirtschaft zum Schutz von Wasser, Boden und Landschaft.  

Landwirtschaftliche Betriebe, die Kompost der Bio-Abfall-Verwertungsgesellschaft in Neumünster nutzen wollen und an der kostenlosen Fachberatung teilnehmen wollen, wenden sich an den Leiter der Kompostierung, Bernd Nielsen (b.nielsen@swn.net, Telefon: 04321 202-8434).