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13.01.2012
Stadtwerke Neumünster und Flensburg arbeiten enger zusammen

Neumünster/Flensburg (swn). Am 16. Dezember 2011 gab die Gesellschafterversammlung der MBA Neunmünster GmbH grünes Licht. Beide Unternehmen kooperieren zukünftig bei der Produktion und dem Einsatz von Ersatzbrennstoffen  

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Dazu übernahm die MBA Neumünster zum 1. Januar 2012 die technische Betriebsführung der Flensburger MEISH (mittelständische Entsorgungsinitiative Schleswig-Holstein). Die MEISH ist eine 100%ige Stadtwerke Flensburg-Tochter, die Ersatzbrennstoffe (EBS) für das Flensburger Heizkraftwerk aufbereitet und liefert.
Die MBA Neumünster ist der ideale Partner für die Flensburger, da sie wiederum für ihre „Mutter“, die Stadtwerke Neumünster GmbH, die Ersatzbrennstoffe für die Thermische Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV) Neumünster bereit stellt. Die TEV selbst ist in erster Linie ein Wirbelschichtkessel, der an das Neumünsteraner Heizkraftwerk angekoppelt ist.
Eigentumsverhältnisse ändern sich durch die Zusammenarbeit der beiden Stadtwerke nicht. Die MEISH bleibt weiter Stadtwerke Flensburg-Tochter.  

Stadtwerke Neumünster Geschäftsführer Matthias Trunk sieht in der Zusammenarbeit ebenfalls klare Vorteile: „Durch die Produktion gleicher Brennstoffe an zwei Standorten unter einer Leitung können wir die logistischen Abläufe verbessern und so letztendlich günstiger produzieren. Das kommt uns und den Stadtwerken Flensburg zu Gute.“  

Stadtwerke-Flensburg Geschäftsführer Maik Render ist mit der neuen Partnerschaft zufrieden: „Ich freue mich, dass wir die gute, informelle Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Neumünster jetzt auf diesen Bereich ausdehnen können. Wir versprechen uns klare Vorteile aus dem technischen Know how der Neumünsteraner Kollegen und eine höhere Versorgungssicherheit mit Ersatzbrennstoffen für unser Kraftwerk.“
Dass dieser Wunsch nicht nur theoretischer Natur ist, hat die jüngste Vergangenheit bereits gezeigt. Als die MEISH wegen eines Brandes in ihrer Lagerhalle zeitweise keine Ersatzbrennstoffe liefern konnte, sprangen die Neumünsteraner unbürokratisch und kurzfristig ein. Sie übernahmen so lange die Belieferung des Flensburger Kraftwerks bis die MEISH wieder lieferfähig war. Darüber hinaus haben die Flensburger die MEISH unter der technischen Leitung des Neumünsteraner Kollegen und Geschäftsführers der MBA Neumünster, Dr. Ing. Dietmar Schneider, noch optimieren können. Dr. Schneider hat auch das Gesamtkonzept der technischen Zusammenarbeit entwickelt und übernimmt die technische Koordinierung beider Anlagen.  

Die beiden Stadtwerke setzen den Ersatzbrennstoff anstelle von Steinkohle ein. In Neumünster werden jährlich rund 80.000 t Steinkohle durch EBS ersetzt, in Flensburg liegt der Wert bei rund 50.000 t.  

Paul Hemkentokrax, Geschäftsführer der MEISH: „An den Produktionsmengen für EBS ändert sich durch die Zusammenarbeit mit Neumünster erst einmal nichts. Die MBA Neumünster produziert jährlich ca. 150.000 t EBS, die Flensburger liegen mit 40.000 t bei knapp einem Drittel dieser Menge.“ Ersatzbrennstoffe werden aus Restabfall und Sperrmüll hergestellt. Dabei gelangen die energiereichen Anteile nach einer biologischen Trocknung als Brennstoff in die Kraftwerke. Metalle und nicht brennbare Stoffe wie Glas, Steine, Keramik werden vorher sorgfältig aussortiert.   

 Dr. Norbert Bruhn-Lobin, Geschäftsführer der MBA Neumünster GmbH: „Der Ersatzbrennstoff unterliegt bei uns einer ständigen Qualitätskontrolle. Die Qualitätssicherung erfolgt über eine Eigen- und eine Fremdüberwachung, so dass eine lückenlose Kontrolle der Inhaltsstoffe jederzeit gegeben ist.“ Ein großer Teil des EBS (bis zu 40%) ist als regenerativer Energieträger anerkannt. So haben die Stadtwerke Flensburg durch den EBS-Einsatz im letzten Jahr rund 32.000 Tonnen weniger CO 2 ausgestoßen als mit der sonst eingesetzten Steinkohle. In Neumünster lag die CO 2 -Einsparung bei rund 110.800 t. (Zum Verleich: Ein Waldgebiet von der Fläche des Stadtgebiets Neumünster wandelt pro Jahr rund 75.000 t CO 2 um.)  

 
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