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Abfallwirtschaftszentrum
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Welchen Nutzen bringt die Biokompostierung? - Hintergrundinformationen

Durchschnittlich machen Bioabfälle 30 bis 40 % der Haushaltsabfälle aus. Auf ganz Europa bezogen wären das rund 100 Mio Tonnen pro Jahr. In vielen europäischen Ländern bleibt diese Ressource zurzeit noch ungenutzt. Im Gegenteil, die Bioabfälle werden entweder mitverbrannt und mindern dabei den Heizwert in der Müllverbrennungsanlage, oder sie werden deponiert und tragen damit zu einer vermehrten Produktion klimarelevanter Gase bei.

Dabei lassen sich Bioabfälle, wenn sie erst einmal getrennt gesammelt worden sind, mit vergleichsweise einfacher Technik zu wertvollen Komposten verarbeiten. Ein solcher Kompost ist besonders gut geeignet um Humusverluste auszugleichen – weitaus besser als zum Beispiel Gülle. Ein Aspekt der besonders für die von Bodendegradation betroffenen mediterranen Staaten von Bedeutung ist, der aber auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Produktion von nachwachsenden Rohstoffen (zur Energieproduktion) hier in Deutschland eine immer wichtigere Rolle spielt. Zudem haben jüngste Studien ergeben, dass die getrennte Erfassung von Bioabfällen auch finanziell günstiger ist als eine Nichttrennung.

Kompostaufbringung auf Maisacker

Komposteinsatz in der Landwirtschaft spart Düngemittel

In der Landwirtschaft spart der Einsatz von Kompost Düngemittel ein, deren Rohstoffreserven begrenzt sind. Hier ist an erster Stelle Phosphat zu nennen, dessen Vorräte nach heutigen Berechnungen nur noch für rund 90 Jahre reichen sollen. Geht man von rund 100 Mio Tonnen Bioabfällen pro Jahr aus, spart der Einsatz des daraus hergestellten Komposts durchschnittlich 10 % des jährlichen Phosphatverbrauchs in Form von Kunstdüngern ein. 

Biokompost anstatt Torf

Ein weiterer positiver Aspekt der Kompostierung von Bioabfällen ist die Gewinnung von Stoffen zur Substitution von Torf. Die Torf-Importe sind in den vergangenen Jahren europaweit um das 6-fache auf über 3 Mio m3 pro Jahr gestiegen. Die Abtorfung von Hochmooren bedeutet zum einen den Verlust eines wertvollen und selten gewordenen Biotops. Zum anderen bedeutet sie darüber hinaus die Zerstörung einer funktionierenden CO2 –Senke. Durch die hohe pflanzliche Produktionsrate, insbesondere der Torfmoose, wird in wachsenden Hochmooren – genau wie in Wäldern - viel CO2 gebunden. Werden solche Moore nun abgetorft, können sie nicht nur kein CO2 mehr binden, sondern die Abtorfung führt zu CO2 -Emissionen. Denn der im Torf gebundene Kohlenstoff wird im Verlauf der Nutzung mineralisiert.

 
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