Die Bio-Kompostierung der SWN Entsorgung GmbH
Die Müllfahrzeuge kippen den in Neumünster und in Teilen der Nachbarkreise getrennt gesammelten Bioabfall in der Anlieferungshalle ab. Die Hallenluft wird dabei ständig abgesaugt und gefiltert, um Geruchsbelästigungen vorzubeugen.
Die Aufbereitung als erster Verfahrensschritt erfolgt ebenfalls in dieser Halle. Sie umfasst die Zerkleinerung des Bioabfalls zur Vergrößerung der aktiven Oberfläche, das Homogenisieren in einer Mischtrommel bei gleichzeitigem Absieben von Fremdstoffen und das anschließende Abtrennen von Eisenanteilen mit einem Magnetabscheider.
Vollautomatisch wird der so aufbereitete Bioabfall in wärmeisolierte und korrosionsgeschützte Container gefüllt. Nach dem Transport zum Intensivrotteplatz werden die Container an das Belüftungssystem angeschlossen. Ein Computer regelt die Luftzufuhr auf der Basis eines Programms, das die aktuellen Betriebsdaten, beispielsweise die Temperatur im Rottecontainer, berücksichtigt. Die abgesaugte Hallenluft deckt die benötigte Prozessluftmenge.
In dieser Phase der Kompostierung wird das Material hygienisiert. Das heißt bei Temperaturen von mindestens
65 °C über eine Dauer von mindestens 5 Tagen werden sämtliche Keime und Sporen abgetötet. Hierbei entstehen stark riechende Zersetzungsprodukte. Sie werden mit der Abluft aus den Rottecontainern abgeführt.
Zur Reinigung wird diese Abluft durch einen 400 m ² großen Biofilter geführt. Mikroorganismen zerlegen die stark riechenden Inhaltstoffe der Abluft in die Komponenten Kohlendioxid und Wasser. Die Abluft verlässt dann das System weitgehend geruchsneutral.

Da der Rottevorgang insgesamt vollständiger abläuft, wenn das Material einmal umgesetzt wird, werden die Container nach ca. 10 Tagen geleert. In der Halle II wird das Rottegut gemischt und mit Radladern in BIODEGMA®-Rottemodule gefüllt. Es beginnt die 2. Intensivrottephase.
12 Containerladungen passen in eines der sechs BIODEGMA®-Rottemodule. Diese aus einer Betonwanne mit einem darauf aufgestellten Stahlgestänge bestehenden Boxen sind mit einer GORE-Tex®-Membran bespannt. Sie sorgt für einen ausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalt und verhindert gleichzeitig den Austritt von Geruchstoffen, Keimen und Sporen. Die Rottemodule sind ebenso wie die Rotte-Container an das Zu- und Abluftsystem einschließlich Biofilter angeschlossen.
Zwei bis drei Wochen dauert die computerüberwachte Intensivrottephase in den BIODEGMA®-Rottemodulen. Dann ist das Ausgangsmaterial weitgehend zersetzt. Der Frischkompost ist fertig. Die Hallenabluft wird über den Biofilter gereinigt.
Der Frischkompost wird gesiebt und
von Störstoffen befreit, bevor er an die Verbraucher, in erster Linie Landwirte, abgegeben wird. Seine Inhaltstoffe werden regelmäßig von einem
unabhängigen Labor analysiert. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind im Fremdüberwachungszeugnis nachzulesen, das im Abfallwirtschaftszentrum erhältlich ist. Seit Inbetriebnahme 1994 waren die Werte stets so gut, dass der Kompost das
Gütesiegel der Bundesgütegemeinschaft Kompost erhielt.
Bioabfall-Verwertungsgesellschaft (BAV)
Um die Entsorgung von Bioabfällen aus privaten Haushaltungen langfristig sicher zu stellen und die Verwertung von Bioabfällen zu stärken sowie als Wertschöpfung in der Region zu sichern, haben die Stadtwerke Neumünster am 26. Mai 2010 eine
neue Gesellschaft gegründet. Gesellschafter dieser Bioabfall-Verwertungsgesellschaft sind die SWN Stadtwerke Neumünster Beteiligungen GmbH mit ihrer Tochter SWN Entsorgung GmbH sowie der Wegezweckverband des Kreises Segeberg. Die BAV hat ihren Sitz im Abfallwirtschaftszentrum Neumünster.


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